Über die Praxis

Tim Ahlers, Heilpraktiker

Seit einem fünf Monate dauernden Aufenthalt in Asien Anfang der 90er Jahre begann ich mich für traditionelle Medizinarten Asiens zu interessieren.

1995 begegnete ich das erste Mal Luisa Holler, einer Heilpraktikerin, die sich über viele Jahrzehnte mit den verschiedensten Arten alter asiatischer Medizinrichtungen beschäftigt hat, fundiert durch Studienaufenthalten in Taiwan.

Tief beeindruckt von dem, was sie mit sogenannter Alternativmedizin jenseits der Schulmedizin erreichen konnte, begann ich, mich mit den Philosophien alter asiatischer Medizin zu beschäftigen.

Den praktischen Anfang machte schließlich das Studium der Chinesischen Medizinphilosophie und Ausbildung in der Fußreflexzonenmassage bei Luisa Holler in Bad Reichenhall am "Zentrum für Gesundheit", die auf diesem Gebiet der Fußreflexzonentherapie eine Berühmtheit im süddeutschen Raum ist. Gelehrt wird die taiwanesische WRO-SHR-Methode, die vor allem therapeutisch eingesetzt wird.

Schulmedizin lernte ich anschließend an der Berliner Heilpraktikerschule, um den Heilpraktikerschein zu erlangen.

Es folgten viele Jahre des Studiums von Akupunktur und TCM am Ausbildungszentrum Ost der AG TCM "Shou Zhong" in Berlin (Gründer ist Andreas Noll), wo ich durch hervorragende Lehrerschaft in den verschiedensten Chinesischen Medizin Ausrichtungen wie auch in verschiedensten Methoden der Akupunktur ausgebildet wurde. Folgende Methoden standen zum Beispiel auf dem Lehrplan: die Theorie der "Fünf Elemente", die Einteilung in "Zang Fu", dem Denken im System der "Sechs Schichten" oder in der Theorie der "Japanischen Leitbahntherapie".

Nach Abschluss der Schulzeit wurde ich eingeladen, im Lehrambulatorium zu assistieren, was ich sehr gerne mehrere Jahre bei meinem Mentor Achim Wypler tat. Das Unterstützen der Studenten war mir eine sehr lehrreiche Zeit.

Jedes Jahr nehme ich an Fortbildungen an meiner Schule und in ganz Europa teil, um mein Wissen zu erweitern. So kommen neue Methoden wie zum Beispiel die der Schädelakupunktur oder Praxisseminare bei Prof. Dr. Wu Jie aus Chengdu, China, der Partneruniversität der Schule hinzu.

Ab 2009 begann eine sehr intensive Ausrichtung zu einem der Ursprünge der Philosophie der chinesischen Medizin: Der Lehre der "10 Himmelsstämme und 12 Erdenzweige". Joan Duveen ist auf diesem Gebiet der größte lebende Meister in Europa - es vergeht kein Jahr, in dem ich nicht zwei bis drei Seminare bei ihm in Holland oder England besuche, um mein Wissen zu vertiefen. Die Lehre der "Stämme und Zweige" ist eine sehr umfangreiche Philosophie, die es ermöglicht, sehr präzise zu diagnostizieren und zu behandeln. Erst wenn man die Philosophie der Akupunktur begriffen hat, kann man dieses Wissen in eine gute Behandlung ummünzen.

Da die Chinesische Medizin viele Jahrtausende alt ist, gibt es dementsprechend viel zu lernen. Alte Quellen wie "Der Gelbe Kaiser" aber auch Interpretationen wie die von Jeffrey Yuen oder Heiner Frühauf sind so also meine Dauerlektüre.

Nach dem Praktizieren in Friedrichshain, Schöneberg, im Wedding und in Nepal eröffnete ich meine eigene Praxis. Diese nenne ich "TianGan DiZhi" - "Himmelsstämme und Erdenzweige", um den Schwerpunkt meines Diagnose- und Behandlungsansatzes zu verdeutlichen und aus Dankbarkeit gegenüber Joan Duveen, der mich an diesem wertvollen Wissen teilhaben läßt.